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18 August 2009 Von: Reinhard Schaub

Was bedeutet gutes Design?
Neben ästhetischen Gesichtspunkten, die natürlich Geschmacksache sind, steht für mich die Benutzerfreundlichkeit eines Produkts an erster Stelle.

Der Anglizismus “Usability” ist neuerdings sehr in Mode gekommen. Er bedeutet eigentlich “Gebrauchstauglichkeit”, also Effizienz, Effektivität und Zufriedenheit mit dem Ergebnis bei der Verfolgung eines Ziels.

“Benutzerfreundlichkeit” bezieht darüberhinaus die emotionalen Aspekte beim Gebrauch eines Dienstes, Produktes oder einer Software mit ein. Mir macht es zum Beispiel umso mehr Spaß, mit einem Produkt zu arbeiten, je stärker man ihm ansieht, dass es eine hohe Fertigungsqualität hat. Wenn ich die Gelegenheit habe, hochwertige handgefertigte Produkte zu benutzen, fühle ich mich inspiriert, und die Arbeit geht besonders leicht von der Hand. 

Hotelschlüssel, die wie Kreditkarten oder Kameras, die wie Mobiltelefone und MP3-Player aussehen oder Geräte, die sogar sämtliche Funktionen der gerade aufgeführten Produkte vereinen, strapazieren Vorstellungskraft und Erinnerungsvermögen besonders stark. Denn man sieht den Produkten die Funktionen nicht an und muss sich die entsprechenden gedanklichen Repräsentationen schaffen und möglichst dauerhaft merken.

Die Kunst eines guten Designs besteht eben darin, dass sich das Produkt von selbst erklärt, das heißt, dass Funktionen intuitiv erkennbar sind und dass ich die Bedienungsanleitung entweder gar nicht oder nur zum Verständnis von Spezialfunktionen brauche.
Ich glaube, dass Design im technischen Bereich immer wichtiger werden wird, denn die Funktionalität von Technik wird zunehmend komplexer und entwickelt sich schneller als unsere kognitiven Fähigkeiten.

Was sind Ihre Prioritäten beim Design?

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